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Wald & Holz: Wie viel wächst nach?

Die Frage, ob der Wald genug nachwächst, ist die häufigste, wenn es um Holzenergie geht. Die Antwort kommt aus der Bundeswaldinventur – und sie ist nicht ganz einfach.

Zuletzt aktualisiert: · Lesezeit etwa 3 Min.

Auf einen Blick: Deutschland hat 11,5 Mio. ha Wald (32 % der Landesfläche). Pro Jahr wachsen 101,5 Mio. m³ Holz zu, genutzt wurden 72,6 Mio. m³ (Bundeswaldinventur 2022, Inventurperiode 2012–2022). Der Zuwachs ist 16 % niedriger als 2012, der Holzvorrat seit 2017 gesunken, vor allem wegen Dürre, Sturm und Borkenkäfer.
Nebel zieht über einen Wald aus Fichten und Laubbäumen am Berghang
Nebel über einem Mischwald aus Nadel- und Laubbäumen. Symbolfoto.

Wie viel Wald haben wir?

Deutschland hat rund 11,5 Millionen Hektar Wald (genau 11.538.455 ha), das sind etwa 32 % der Landesfläche. Seit 2012 hat die Waldfläche unter dem Strich um etwa 15.000 Hektar zugenommen, obwohl rund 66.000 Hektar Wald in Grünland oder andere Nutzungen umgewandelt wurden. Etwa 79 % der Waldfläche sind Mischwälder – drei Prozentpunkte mehr als 2012. Die Daten stammen aus der vierten Bundeswaldinventur (Stichtag 2022), deren Ergebnisse das Thünen-Institut im Oktober 2024 veröffentlicht hat.

Wem gehört der Wald? Fast die Hälfte, nämlich 48 %, ist Privatwald. 29 % gehören den Ländern, 20 % Städten, Gemeinden und anderen Körperschaften, 3 % dem Bund.

48 %29 %20 %Privatwald (48 %)Landeswald (29 %)Körperschaftswald (20 %)Bundeswald (3 %)
Eigentumsarten im deutschen Wald, Anteile an der Waldfläche. Quelle: Thünen-Institut, Bundeswaldinventur 2022.

Zuwachs und Nutzung

Im Wald wachsen pro Jahr etwa 101,5 Millionen Kubikmeter Holz zu, das sind 9,4 Kubikmeter je Hektar. Genutzt – also geerntet – wurden im Schnitt der Inventurperiode 72,6 Millionen Kubikmeter pro Jahr (6,7 m³ je Hektar). Auf den ersten Blick wächst also deutlich mehr nach, als entnommen wird.

Zuwachs101,5 Mio. m³/JahrNutzung (Einschlag)72,6 Mio. m³/Jahr
Jährlicher Holzzuwachs und jährliche Nutzung im deutschen Wald (Rohholz, ohne Rinde), Inventurperiode 2012–2022. Quelle: Thünen-Institut, Bundeswaldinventur 2022.

Der Zuwachs liegt allerdings 16 % niedriger als bei der Inventur 2012. Und: Nutzung ist nur ein Teil dessen, was dem Wald abgeht. Dazu kommen Bäume, die durch Sturm, Dürre und Borkenkäfer absterben. Besonders die Fichte hat gelitten: Ihre Fläche ist seit 2012 um etwa 460.000 Hektar geschrumpft. 2020 fiel mit 60,1 Millionen Kubikmetern so viel „Kalamitätsholz" an wie nie seit Beginn der Erhebungen 1990. Der Holzvorrat im stehenden Wald (insgesamt rund 3,7 Milliarden Kubikmeter, 335 m³ je Hektar) ist gegenüber 2017 gesunken.

Was in den Zahlen steckt

Und die Pellets?

Pellets werden überwiegend aus Säge- und Hobelspänen hergestellt, die in Sägewerken anfallen. Die Menge hängt damit stark davon ab, wie viel Bauholz in Deutschland und der Region eingeschnitten wird. Rund 4 Millionen Tonnen Pellets wurden 2025 in Deutschland hergestellt. Der Wald liefert diese Menge nicht „zusätzlich", sondern sie ist ein Nebenprodukt der Holzwirtschaft – solange die Sägewerke ausgelastet sind. Gehen Holzeinschlag und Bauholzeinschnitt zurück, wird auch das Rohstoffangebot für Pellets knapper, und die Preise steigen. Das ist ein Grund für die Preisschwankungen, die auf der Seite Preise & Kosten zu sehen sind.

Die Bundeswaldinventur wird alle zehn Jahre durchgeführt. Die Zahlen oben zeigen den Stand von 2022 und können sich durch die Trockenjahre seither verändert haben.