Energiewende & Versorgungssicherheit
In Deutschland wird rund die Hälfte der Endenergie für Wärme gebraucht. Ohne Wärmewende gibt es keine Energiewende – und Holz ist ein Teil davon.
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Warum Wärme so wichtig ist
Strom macht in der Debatte oft die Schlagzeilen, aber in Gebäuden und Industrie wird ein großer Teil der Energie als Wärme verbraucht. Der überwiegende Teil davon stammt bisher aus Erdgas und Heizöl. Beides muss Deutschland zum weit überwiegenden Teil importieren. Damit hängen Heizkosten an Weltmarktpreisen, Lieferketten und politischen Krisen. Die Preissprünge von 2022 haben das deutlich gezeigt.
Wärme aus der Region
Holzpellets haben hier einen Vorteil: Etwa 85 % der Produktion werden nach Angaben des Deutschen Energieholz- und Pellet-Verbandes (DEPV) in der Nähe des Herstellungsortes verbraucht. Deutschland war 2025 vorläufig sogar Nettoexporteur (Handelsüberschuss etwa 17.000 Tonnen). Gleichzeitig stiegen die Pelletimporte aus den Nachbarländern 2025 auf eine Rekordmenge von rund 595.200 Tonnen (Destatis über Holzkurier). Beides zusammen zeigt einen grenzüberschreitenden, aber überwiegend regional geprägten Markt.
Pellets lassen sich außerdem im Keller oder Lagerraum bevorraten. Wer im Sommer füllt, ist im Winter von kurzfristigen Preisbewegungen weniger betroffen. Das kann ein Sicherheitsgewinn sein, ist aber kein Schutz gegen Marktpreise, wie die Entwicklung seit Juli 2026 zeigt.
Der Markt wächst
- 2025 wurden etwa 35.000 neue Pelletöfen und -heizungen verkauft, 14 % mehr als im Vorjahr.
- Für 2026 erwartet der Verband ähnliche Zahlen: rund 13.000 Pelletöfen mit Luftführung, 23.250 Pelletkessel bis 50 kW und wasserführende Öfen sowie 750 größere Anlagen.
- Insgesamt sollen Ende 2026 rund 777.500 Pelletanlagen in Betrieb sein.
- Die Produktion von etwa 4 Millionen Tonnen soll nach Verbandsangaben 2026 nicht weiter steigen.
Quelle: top agrar vom 15.03.2026 (Angaben des DEPV); Holzkurier/Destatis vom 24.02.2026.
Politische Rahmenbedingungen
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) und die Förderung für effiziente Gebäude (BEG) bestimmen, welche Heizungen neu eingebaut werden dürfen und gefördert werden. Pelletheizungen zählen als Heizung mit erneuerbarer Energie. Die Regeln werden politisch weiterentwickelt; Förderbedingungen haben sich 2026 mehrfach geändert (siehe Förderung). Vor Entscheidungen lohnt der Blick in die aktuellen Vorgaben des Bundes und in die kommunale Wärmeplanung Ihrer Gemeinde, die zeigt, ob in Ihrer Straße etwa ein Fernwärmenetz geplant ist.
Grenzen von Pellets
- Der Rohstoff ist begrenzt. Wenn viele Haushalte gleichzeitig auf Pellets umsteigen, steigt die Nachfrage schneller als das Angebot an Sägenebenprodukten.
- Pellets eignen sich nicht für jede Lage: Wer keinen Platz für ein Lager hat, wählt oft eine andere Lösung.
- In dicht bebauten Städten ist Fernwärme oder die Wärmepumpe häufig sinnvoller als eine Einzelheizung mit Holz.