Pelletanlage.de

Preise & Kosten: Pellets, Öl und Gas im Vergleich

Was kostet eine Kilowattstunde Wärme aus Holzpellets – und wie schwankt der Preis? Hier die aktuellen Zahlen vom Deutschen Pelletinstitut (DEPI) und ein Rechenbeispiel.

Zuletzt aktualisiert: · Lesezeit etwa 3 Min.

Auf einen Blick: Pellets kosteten im September 2026 bundesweit 454,21 €/t (6 t, inkl. MwSt.), das sind etwa 9,1 ct/kWh. Das ist rund 48 % günstiger als Heizöl und rund 20 % günstiger als Erdgas (DEPI). Zwischen Juli (388,09 €/t) und September stieg der Preis um rund 17 %. Der nationale CO₂-Preis liegt 2026 im Korridor von 55 bis 65 €/t und verteuert Öl und Gas, nicht aber Holz.

Der aktuelle Pelletpreis

Das Deutsche Pelletinstitut veröffentlicht jeden Monat den bundesweiten Durchschnittspreis. Die Preise gelten inklusive Mehrwertsteuer und Lieferung im Umkreis von 50 Kilometern. Im September 2026 lag der Durchschnitt für eine Lieferung von 6 Tonnen bei 454,21 €/t. Das sind etwa 9,1 Cent je Kilowattstunde Wärme und gut 6 % mehr als im August.

Monat (2026)6 t, bundesweitWärmepreis
Juli388,09 €/t7,76 ct/kWh
September454,21 €/tca. 9,1 ct/kWh

Quelle: DEPI, veröffentlicht über haustechnikdialog.de am 20.07.2026 und 21.09.2026. Regionale Unterschiede im September (6 t): Mitteldeutschland 451,07 €/t, Nord- und Ostdeutschland 455,24 €/t, Süddeutschland 457,80 €/t. Bei Abnahme von 26 Tonnen waren es regional etwa 435 bis 443 €/t.

Zwischen Juli und September ist der Preis damit um rund 17 % gestiegen. Das zeigt: Pellets sind ein Marktprodukt mit saisonalen Schwankungen. Zu Beginn der Heizsaison ziehen die Preise häufig an, weil viele Haushalte gleichzeitig ihr Lager füllen. Im Frühjahr und Sommer ist es oft günstiger. Im Mai 2025 fiel der Preis nach Angaben von top agrar sogar unter die Marke von 300 Euro je Tonne. Und 2022 stiegen die Pelletpreise zeitweise stark an – damals waren aber auch Öl und Gas besonders teuer.

Vergleich mit Heizöl und Erdgas

Nach Angaben des DEPI waren Pellets im September 2026 rund 48 % günstiger als Heizöl und rund 20 % günstiger als Erdgas. Im Juli waren es noch 40 und 31 % – der Abstand zu Erdgas ist also geschrumpft, der zu Heizöl gewachsen. Über die letzten zehn Jahre lagen Pellets laut DEPI im Schnitt 25 % unter Heizöl und 31 % unter Erdgas.

Holzpellets9,1 ct/kWhErdgas (abgeleitet)≈ 11,4 ct/kWhHeizöl (abgeleitet)≈ 17,5 ct/kWh
Wärmekosten je Kilowattstunde im September 2026. Der Pelletwert stammt direkt vom DEPI. Die Werte für Erdgas und Heizöl habe ich aus dem vom DEPI genannten Preisabstand zurückgerechnet (9,1 ÷ 0,8 beziehungsweise 9,1 ÷ 0,52); sie sind Größenordnungen, keine Tarife. Ihr persönlicher Gas- oder Ölpreis kann abweichen.

Rechenbeispiel: ein Haus mit 20.000 kWh Wärmebedarf

Ein typisches Einfamilienhaus im Bestand braucht je nach Dämmung und Größe etwa 15.000 bis 25.000 Kilowattstunden Wärme im Jahr. Für das Beispiel rechnen wir mit 20.000 kWh Brennstoffwärme:

BrennstoffPreis je kWh (Sept. 2026)Kosten pro Jahr
Holzpellets9,1 ctca. 1.820 €
Erdgas (abgeleitet)ca. 11,4 ctca. 2.275 €
Heizöl (abgeleitet)ca. 17,5 ctca. 3.500 €

Pellets haben einen Heizwert von rund 5 kWh je Kilogramm. Für 20.000 kWh brauchen Sie also grob 4 Tonnen. Das entspricht bei einer Schüttdichte von etwa 650 kg/m³ rund 6 Kubikmetern Lagerraum. Nicht eingerechnet sind Anschaffung, Wartung, Schornsteinfeger, Strom für den Betrieb und die Abschreibung der Anlage. Eine Pelletheizung kostet in der Anschaffung meist mehr als ein Öl- oder Gaskessel; die Förderung kann das teilweise ausgleichen (siehe Förderung).

Der CO₂-Preis macht Öl und Gas teurer

Seit 2021 gilt in Deutschland ein CO₂-Preis auf Heizöl, Erdgas und andere Brennstoffe. Für 2026 liegt er in einem festen Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne CO₂. Für 2027 plant die Bundesregierung, diesen Korridor beizubehalten; das entsprechende Gesetz war nach Angaben der Kanzlei Advant Beiten im September 2026 noch im parlamentarischen Verfahren. Das neue europäische System für Gebäude und Verkehr (EU-ETS 2) wurde auf 2028 verschoben.

Zur Einordnung (eigene Überschlagsrechnung): Erdgas setzt rund 0,2 Kilogramm CO₂ je Kilowattstunde frei. Bei 60 € je Tonne sind das etwa 1,2 Cent je kWh vor Mehrwertsteuer. Bei Heizöl ist der Aufschlag je Kilowattstunde etwas höher. Holz wird im nationalen Emissionshandel nicht mit CO₂-Kosten belegt.

Worauf es beim Pelletkauf ankommt

Zahlen verändern sich monatlich. Den aktuellen Preis finden Sie beim Deutschen Pelletinstitut (depi.de).